Let’s talk about ignorance!

Der Marktplatz wurde heute zum Schauplatz einer spektakulären Aktion. Kurz vor Beginn der Grossratssitzung wurde ein zehn auf sieben Meter grosses Banner mit dem Slogan «Let’s talk about ignorance» aufgehängt. Dass auch Syngenta, Novartis und Roche nicht verschont blieben, zeigen die eindrucksvollen Bilder im Anhang.

In Basel ansässige multinationale Unternehmen wie Syngenta, Novartis und Roche sind verantwortlich für unzählige Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen.1 Als gern gesehene Steuerzahler prägen sie unseren hiesigen Alltag massgeblich mit. Ein Alltag, der somit zu einem grossen Teil auf Ausbeutung, Zerstörung und Rücksichtslosigkeit gegenüber der Umwelt und Menschen in anderen Teilen der Welt beruht.

Der Basler Regierung war das bis anhin egal. So appellierte etwa der ehemalige Regierungspräsident Guy Morin während eines Podiumsgesprächs mit Syngenta im Mai 2015 an die «Toleranz» gegenüber der Chemie und erklärte, dass Basler*innen eben auch mit den Schattenseiten der Chemiekonzerne leben müssten.2
Doch die städtische Politik scheint sich nicht nur das Motto «Ignorance Unlimited» auf die Stirn geschrieben zu haben, sondern unterstützt die hier angesiedelten Multis auch noch aktiv beim Greenwashing ihres Images. So durfte etwa Syngenta die Stadt Basel an der letzten Expo vertreten oder auch die App «Basler StadtNatour»3 ideell und finanziell unterstützen.

Ende September wurden aus diesen Gründen 60 Plakate in der Basler Innenstadt aufgehängt. Sie stellten die Basler Regierung und die hier ansässigen Unternehmen Syngenta, Novartis und Roche an den Pranger. Denn auf den Plakaten wurde das Motto «Culture Unlimited» von Basel Tourismus zu «Ignorance Unlimited» umgewandelt und über beliebte Sightseeing-Bilder von Basel Slogans wie «Wir schauen am besten weg» und «Wohlstand dank globaler Zerstörung» geschrieben.

Obwohl wir nicht verantwortlich sind für diese Plakate, so nehmen wir sie doch zum Anlass für unsere heutige Aktion. Für uns ist klar: Hohe Steuereinnahmen entschuldigen keine Verbrechen. Ausbeuterische Machenschaften von hier ansässigen Unternehmen müssen thematisiert und kritisiert werden. Denn es geht dabei um die grundlegende Frage: Sind wir Teil eines unsolidarischen und ausbeuterischen Weltwirtschaftssystems oder setzen wir uns für ein menschenwürdiges und ökologisch nachhaltiges System ein?

Ob der Grosse Rat sich diesen Themen stellen will und den «Anzug betreffend Haltung gegenüber Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen durch multinationale Konzerne mit Basler Hauptsitz»4 an den Regierungsrat überweist, wird sich heute zeigen. Eine Annahme wäre zumindest ein Anfang.

Let’s talk about ignorance.

Ignorance-unlimited@immerda.ch
ignorance-unlimited.info

1) Ein (unvollständiger) Einblick in die Untaten der in Basel angesiedelten Konzerne Novartis, Syngenta und Roche ist auf dieser Website wzu finden.
2) Vgl.: Schwarzbuch Syngenta
3) http://www.stadtgaertnerei.bs.ch/stadtgruen/freizeit-spiel-bewegung/basler-stadtnatour.html
4) http://www.grosserrat.bs.ch/dokumente/100386/000000386378.pdf